Arbeitsgruppen
Innerhalb
der Gesellschaft können Arbeitsgruppen zu allen Themen gebildet werden, die mit der
Floristik in Deutschland in Verbindung stehen.
Den Arbeitsgruppen steht die Internetseite der Gesellschaft für Mitteilungen, Aufrufe
und Datenpräsentationen zur Verfügung. Weiterhin können sie die Rundbriefe für die Kommunikation
mit den Mitgliedern nutzen. Die Ergebnisse können in der Kochia
oder bei größerem Umfang in einem Beiheft veröffentlicht werden. Natürlich steht den
Arbeitsgruppen auch die jährliche Tagung für Vorträge zur Verfügung.
Bisher bestehen
innerhalb der Gesellschaft folgende Arbeitsgruppen:
Sorbus
Online-Bestimmung
Euphorbia esula
Florenliste
Myosotis arvensis
Die Sorbus-Arbeitsgruppe ist nach einigen Verzögerungen nun dabei, ihre Arbeit aufzunehmen. Interessenten und zur Mitarbeit Motivierte wenden sich bitte an die Kontaktadresse, wo auch Herbarmaterial und Fotobelege willkommen sind. Geplant sind vorerst Herbarsichtungen, Exkursionen in ausgewählte Gebiete und evtl. Kontakt mit Arbeitsgruppen in den Nachbarländern.
Kontaktadresse: Norbert Meyer, Adlerstraße 6, 90522
Oberasbach,
Tel. 0911-691523, E-mail:
norbert.meyer [at] ivl-web.de
Arbeitsgruppe Online-Bestimmung
Moderne Medien auf Computern oder Mobilgeräten ermöglichen neue Chancen Wissen weiterzugeben und mitzuteilen. Interaktive und reich illustrierte Bestimmungshilfen können einerseits die Bestimmungssicherheit kritischer Taxa verbessern. Andererseits können sie auch dazu dienen, bei jungen Menschen Interesse für die ernsthafte Bestimmung von Pflanzen und die Erforschung der Vegetation zu wecken.
Die Arbeitsgruppe erörtert die Möglichkeiten der Online-Bestimmung für die Zielgruppen und entwickelt selbst Grundlagen für die Online-Bestimmung.
Siehe auch: http://offene-naturfuehrer.de/web/Portal:Flora
Mitarbeit: Gregor Hagedorn, Ralf Hand, Hans-Helmut Poppendieck, Hans Reichert, Jan Eckstein.
Kontaktadresse: g.m.hagedorn[ad]gmail.com
Arbeitsgruppe Euphorbia esula >>>
Die Gliederung der
Euphorbia-esula-Gruppe in Mitteleuropa ist klärungsbedürftig. Eine durch
Blattmerkmale gestützte Gliederung in Euphorbia virgata (2n = 20),
Euphorbia esula (2n = 60) und deren Hybride Euphorbia
pseudovirgata wird den tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht.
Die Euphorbia-Arbeitsgruppe beschäftigt sich insbesondere mit der bisher in unseren Floren als Euphorbia pseudovirgata bezeichneten Sippe. Chromosomenzählungen ergaben somatische Chromosomenzahlen von 2n =/circa 60 (siehe Liste von Herkünften mit geprüften Chromosomenzahlen). Der Name Euphorbia pseudovirgata ist aber offenbar falsch angewandt. Belege von Ferdinand Schur im Lemberger Herbarium gehören zu Euphorbia virgata. Bisher konnte ermittelt werden (siehe Nomenklatur), dass sich sowohl Euphorbia virgultosa wie auch Euphorbia saratoi auf die bisher im Mitteleuropa als Euphorbia pseudovirgata bezeichnete Sippe beziehen, wobei Euphorbia saratoi der ältere Name ist. In Mitteleuropa als Euphorbia virgata bezeichnete Pflanzen gehören unserer Ansicht nach meist zu der als Euphorbia pseudovirgata bezeichneten Sippe.
Insgesamt ist die Behandlung der Gruppe verwirrend. Der Euphorbia-Spezialist Dimitry Geltmann hält Euphorbia virgata für eine in Ost- und Mitteleuropa weit verbreitete Sippe, wobei er die als Euphorbia pseudovirgata bezeichnete Sippe einschließt. Im Gegensatz dazu fasst er Euphorbia esula eng und unterscheidet in Osteuropa einige ähnliche Arten, z. B. Euphorbia kaleniczenkii, die sich morphologisch und blattanatomisch von Euphorbia esula nur geringfügig unterscheidet. Euphorbia kaleniczenkii kommt nach von Dimitry Geltmann revidierten Belegen in Frankfurter Senckenberg-Herbarium auch in Deutschland vor. Nordamerikanische Autoren geben für den Formenschwarm Apomixis und schwankende Chromosomenzahlen an. Ob dort auch Hybriden zwischen Euphorbia esula und Euphorbia cyparissias regelmäßig vorkommen, scheint ungeklärt zu sein. Nordamerikanische Pflanzen scheinen überwiegend zu Euphorbia pseudovirgata zu gehören.
Pflanzen von Euphorbia virgata aus der Tschechischen Republik und Deutschland, für die eine somatische Chromosomenzahl von 2n = 20 ermittelt wurde, stimmen gut mit dem Protolog von Euphorbia virgata überein. Sie unterscheiden sich deutlich von der bisher als Euphorbia pseudovirgata bezeichneten Sippe (siehe Bestimmungsschlüssel).
Kontaktadresse: Thomas Gregor, Siebertshof 22, 36110 Schlitz,
Tel. 06642-6459, E-mail: gregor.wolf [at] online.de
Die
"Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands" (GEFD) zählt die
Erstellung einer möglichst kompletten Florenliste für Deutschland und deren
kontinuierliche Fortschreibung zu ihren wichtigsten Vereinszielen.
In das Projekt
werden die Vorarbeiten des Erstunterzeichners eingebracht. Bei der Mitarbeit an
mehreren vergleichbaren Projekten, dem Namensverzeichnis für Hessen, der
Florenliste für Baden-Württemberg und in der Anfangsphase an der Standardliste
für Deutschland wurde eine größere Datensammlung angelegt. Daran beteiligt waren
neben anderen Uwe Schippmann, Karl Hermann Harms, Heinrich E. Weber, Werner
Dietrich für taxonomische Fragen und Klaus Adolphi für linguistische Fragen. Inzwischen existiert eine
Gesamtliste, in die auch die Florenlisten der Bundesländer integriert sind,
sodass eine Aufschlüsselung des Datenbestandes nach Ländern möglich ist.
Die
Florenliste umfasst derzeit etwa 40000 Namen, von denen knapp 6500 auf
akzeptierte Namen von Arten und Unterarten entfallen,
der Rest auf Synonyme. Knapp zwei Drittel der Namen wurden bisher an den
Originalstellen überprüft und mit ihren bibliographischen Zitaten erfasst.
Ergänzt wird die Liste durch eine Nomenklatur-Datenbank mit annähernd 23000
Datensätzen.
Gegenwärtig
erfolgt im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz eine Aktualisierung der
Standardliste für Deutschland. Diese Arbeiten sind als Vorarbeit für eine
Neuauflage der Roten Liste geplant und daher allein auf indigene und etablierte Taxa beschränkt. Bei der Arbeit
hierfür werden die taxonomisch-nomenklatorischen
Konzepte mit dem Rothmaler-Team um Eckehard J. Jäger abgestimmt, um so dem Ziel
einer einheitlichen Nomenklatur für die deutsche Flora näher zu kommen. Das
gleiche Ziel wird auch im Hinblick auf das Euro+Med-Projekt
verfolgt, in dessen Rahmen gegenwärtig eine Überprüfung aller Sippennamen des
europäisch-mediterranen Raums erfolgt. Insbesondere bei den Compositen,
die federführend von Werner Greuter in Berlin-Dahlem
bearbeitet werden, besteht bereits eine Kooperation.
Unter
anderem bedingt durch das sehr stark zersplitterte Schrifttum in
Deutschland,
das eine für Einzelpersonen kaum mehr überschaubare fülle an
Ergänzungen und Änderungen bietet, wurde unter dem Dach der GEFD eine
Arbeitsgruppe gebildet.
In ihr sollen, um die Aktivitäten zu koordinieren, vornehmlich die mit
der
Abfassung von Länder- oder Regionallisten betrauten Personen sowie das
Rothmaler-Team zusammenwirken.
Wünschenswerte
Ziele der Arbeitsgruppe Florenliste sind:
Erfassung von Neufunden,
taxonomische und nomenklatorische Überprüfung der
Sippen
Berücksichtigung
aller Neophyten und Bastarde, einschließlich der
Auswertung älterer Literatur
Durchsicht der taxonomischen Literatur und Auswertung der für Deutschland
relevanten Ergebnisse
Klärung von
Statusfragen
Sukzessive
Erfassung aller Synonyme in der floristischen Literatur
Zwischen
den Koordinatoren einiger Landeslisten und dem Bundesamt für Naturschutz
besteht bereits insofern eine Zusammenarbeit, als regelmäßig aktualisierte
Datenbestände nach Bonn übermittelt werden. Bei der gegenwärtigen Überarbeitung
der Standardliste kann erfreulicherweise bereits auf diese Daten
zurückgegriffen werden. für den Fortgang wäre es zweifellos vorteilhaft, wenn
eine derartige Zusammenarbeit zukünftig fortgesetzt würde und mit allen
Bundesländern eingerichtet werden könnte. Bei der erwünschten Kooperation
stehen folgende Aspekte im Vordergrund:
Meldung "neuer" Taxa aus den einzelnen Regionen/Bundesländern
Meldung von
Fehlangaben
Meldung von
Veränderungen beim Status bei Neophyten
Der
Datenfluss soll nicht nur in einer Richtung erfolgen. Den Vertretern der Länder
werden ( soweit dies gewünscht wird ) folgende Möglichkeiten der Kooperation
angeboten:
Nomenklatorische
Überprüfung neu hinzukommender Namen
Zusammenstellung
und Zuordnung von Synonymen
taxonomische Bewertung "neuer" Sippen unter Beachtung der aktuellen Veränderungen in der taxonomischen Forschung
ständig verfügbare,
aktuelle Übersichten darüber, welche Sippen in welchen Bundesländern
nachgewiesen sind, inklusive aller
Bastarde
und Unbeständigen
Rückmeldung aus dem
Datenbestand der Bundesliste an die einzelnen Zuständigen der Regional- und
Länderlisten
Berücksichtigung
der chorologischen Daten in der Rothmaler-Reihe
Wir
glauben, dass durch diese Formen der Kooperation nicht nur das Ziel einer
bundesweit einheitlichen Nomenklatur mittelfristig etwas näher rückt, sondern
dass auch Energien gebündelt werden können. Beispielsweise werden viele
nomenklatorische und taxonomische Fragen
zeitaufwändig in den einzelnen Ländern parallel bearbeitet; sie ließen sich
durch eine verbesserte Kooperation effizienter klären.
Um die
Arbeitsgruppe nicht zu unübersichtlich zu gestalten, ist angestrebt, dass pro
Bundesland ein, bei größeren Ländern auch zwei oder drei Ansprechpartner
mitwirken. Dessen ungeachtet besteht natürlich die Möglichkeit, auf der Ebene
der Länder ( soweit dies nicht ohnehin bereits erfolgt ) weitere Personen in
die Arbeiten einzubinden.
Wie die
Arbeitsgruppe Florenliste organisiert wird und wie ihre Arbeit effektiv
gestaltet werden kann, wird derzeit im Detail geklärt. Jedenfalls können die
elektronischen Kommunikationsmittel genutzt werden, sodass aufwändige Treffen
nicht unbedingt nötig werden. Zu klären bleibt schließlich noch, welche
Funktion das Bundesamt für Naturschutz übernehmen will.
9. August
2007
gez. Karl
Peter Buttler & Ralf Hand
Mitarbeit:
Koordinatoren der einzelnen Länderflorenlisten, Rothmaler-Team um Eckehard J.
Jäger
Kontaktadresse:
Karl Peter Buttler; kp.buttler[ad]t-online.de
Arbeitsgruppe Myosotis arvensis
In vielen
deutschen (und europäischen) Bestimmungsfloren wird Myosotis
arvensis in zwei Taxa untergliedert. Abgesehen von der Nominatsippe
wird ein weiteres Taxon entweder im Unterartrang (subsp. umbrata)
oder im Varietätsrang (var. sylvestris)
geführt. Viele Floren implizieren eine klare morphologische Trennung beider
Sippen, teilweise sogar durch diskontinuierliche Merkmale. Außerdem soll es
Unterschiede bei der Chromosomenzahl geben. Auffälligerweise werden die
vermeintlich klar getrennten Sippen in Regionalfloren und Atlaswerken praktisch
nirgends unterschieden. Kaum ein befragter Florist hat ein klares Bild der
beiden Taxa. Hinzu kommt, dass ganz offensichtlich sehr oft Verwechslungen der
großblütigen Sippe umbrata/sylvestris
mit M. sylvatica erfolgen.
Der
Arbeitskreis möchte zur Lösung der Problematik beitragen. Zunächst soll die
vorhandene Literatur gesichtet werden. In den kommenden Jahren wird eine
Kombination von Gelände-, Herbar- und Kulturstudien angestrebt, wobei auch die
Chromosomenzahlen überprüft werden sollen. Das weitere Vorgehen wird
arbeitskreisintern geklärt. Mitstreiter aus dem gesamten Bundesgebiet sind
herzlich willkommen.
Mitarbeit:
Ralf Hand, Hans Reichert, Lenz Meierott
Kontaktadresse:
Ralf Hand; ralfhand[ad]gmx.de