2026
14.02.2026
Beiträge zur Literaturschau bitte per Mail an info@flora-deutschlands.de ,
Betreff: Literaturschau
Betreff: Literaturschau
BSBI News161 (Februar 2026)
B. Leaney stellt Unterscheidungsmerkmale dar bei Diplotaxis muralis/D. tenuifolia,Bromusund Holcus.G. Kitchener & al. stellen einen Fund von Lysimachia ×doerfleri (Anagallis arvensis×foemina) vor. Den drei annuellen britischen Sagina-Arten ist eine Beitrag von
M. Willcox gewidmet, wobei Sagina filicaulis für die bei uns Sagina micropetala genannte Pflanze verwendet wird. Epipactis ×stephensonii, (Epipactisleptochila ×Epipactishelleborine) wurde in Oxfordshire gefunden (R. Mielcarek),Chara connivens im irischen County Wexford
(P. Green& Y. Mihara) und Bidens connata in Yorkshire und Cambridgeshire (D. Broughton bzw. A. Leslie). Wie immer inhaltsreich und reich bebildert ist auch die 37. Folge der „Adventives & Aliens News“, zusammengestellt von M. Berry, u. v. a. zu Centaurea diluta, Chenopodium suecicum, Metasequoia glyptostroboides undSedum pallidum.
M. Willcox gewidmet, wobei Sagina filicaulis für die bei uns Sagina micropetala genannte Pflanze verwendet wird. Epipactis ×stephensonii, (Epipactisleptochila ×Epipactishelleborine) wurde in Oxfordshire gefunden (R. Mielcarek),Chara connivens im irischen County Wexford
(P. Green& Y. Mihara) und Bidens connata in Yorkshire und Cambridgeshire (D. Broughton bzw. A. Leslie). Wie immer inhaltsreich und reich bebildert ist auch die 37. Folge der „Adventives & Aliens News“, zusammengestellt von M. Berry, u. v. a. zu Centaurea diluta, Chenopodium suecicum, Metasequoia glyptostroboides undSedum pallidum.
Thomas Gregor, 14.2.2026
British & Irish Botany 8(1) (Februar 2026)
Die schon länger bekannte Hybride zwischen Festuca rubra und Vulpia myuros hat einen Namen erhalten: Festulpia x stacei (F. Krahulec). Eine Fallstudie zeigt auf, welche Rolle Hydrochorie bei verwildernden Gartenpflanzen spielen kann (K. J. Walker & P. Cook).
14. Februar 2026, Ralf Hand
AnnalsofBotany136/7 (Dezember 2025)
Jessen et al. untersuchten die Jahresringe an Rhizomen von Galiummollugo in 60 Grünlandpopulationen. Sie stellten fest, dass die Pflanzen zwischen 1 und 17 Jahren alt waren. Das Dickenwachstum variierte stark zwischen den Individuen und war bei starker Landnutzung, trockenen Sommern und artenreichen Bewuchs von Nachbarpflanzen geringer.
Burton et al. legen eine Phylogenie der Gattung Digitaria einschließlich ihrer Nutzpflanzen anhand von Kerngenen vor.
07. Februar 2026, Christiane Ritz
Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 69 (November 2025)
Konečna et al. befassen sich mit der Hypothese, dass die tetraploide Ficariaverna durch Hybridisierung der diploiden Taxa F. calthifolia und F. fertilishervorgangen ist. Dazu kreuzten sie die beiden Diploiden und untersuchten Apomixis, Selbstbestäubung, Genomgröße, Morphologie sowie die Fitness der
F1-Nachkommen. Sie fanden keinen Hinweis auf Apomixis und Selbstbestäubung. Polyploide Nachkommen wurden nicht beobachtet. Die Richtung der Hybridisierung hatte starken Einfluss auf die Fitness der Hybriden, was sicherlich durch zytonukleäre Inkompatibilität begründet ist.
F1-Nachkommen. Sie fanden keinen Hinweis auf Apomixis und Selbstbestäubung. Polyploide Nachkommen wurden nicht beobachtet. Die Richtung der Hybridisierung hatte starken Einfluss auf die Fitness der Hybriden, was sicherlich durch zytonukleäre Inkompatibilität begründet ist.
07. Februar 2026, Christiane Ritz
Plant Biology27/7 (Dezember 2025)
Anhand von ca. 820.000 Vegetationsaufnahmen aus Europa untersuchten Fahs et al. ökologischen Nischen und Verbreitungsmuster von 244 Arten parasitischen Pflanzen. Parasitische Pflanzen kommen in nahezu allen Habitaten Europas vor. Hemiparasiten (173 Arten) waren in kühleren Klimaten mit jahreszeitlich wenig wechselnden Niederschlägen am häufigsten. Wurzelparasiten (52 Arten) und parasitische Kletterpflanzen (12 Arten) finden sich v.a. in warmen Gebieten des trockenen Mittelmeerraumes. Alle drei Gruppen bevorzugen nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Standorte.
07. Februar 2026, Christiane Ritz
Plant Biology 28/1 (Januar 2026)
Skokanová et al. untersuchten die Häufigkeit von Hybridisierung (Solidago ×niederederi) in zwei gemischten Populationen der heimischen Solidagovirgaurea und der neophytischen S. canadensis anhand von Durchflusszytometrie ihrer Sämlinge. F1-Hybriden waren selten (3%). Allerdings stellten 46% der Sämlinge spätere Hybridgenerationen dar, d.h. Rückkreuzung waren sehr häufig. Die Richtung der Rückkreuzung spielte eine große Rolle: <8% mit S. virgaurea, aber ca. 47% mit S. canadensisals Pollenelter.
https://doi.org/10.1111/plb.70125
https://doi.org/10.1111/plb.70125
07. Februar 2026, Christiane Ritz
Journal of Applied Ecology (Februar 2026)
Campanula rotundifolia, Euphorbia cyparissias, Pimpinella saxifraga, Achillea millefolium s. l., Knautia arvensis und Leucanthemum vulgare s. l. wurden auf deren Ploidieverteilung hin in Deutschland untersucht. Dies wurde durch genetische Untersuchungen ergänzt. Bei den ersten drei Taxa unterschied sich die Verteilung der jeweils zwei Zytotypen in Deutschland, bei den anderen drei nicht. Genetisch konnte zwischen den tetraploiden Achillea pratensis und Achillea collina kein Unterschied festgestellt werden. Diploides Euphorbia cyparissias ist auf den äußersten Westen Deutschlands beschränkt. Diploides Knautia arvensis (Knautia arvensis subsp. pannonica) ist wahrscheinlich keine heimische Art in Deutschland. Zwischen den Zytotypen werden jeweils klare genetische Unterschiede festgestellt
(J. Höfner & al.).
Campanula rotundifolia, Euphorbia cyparissias, Pimpinella saxifraga, Achillea millefolium s. l., Knautia arvensis und Leucanthemum vulgare s. l. wurden auf deren Ploidieverteilung hin in Deutschland untersucht. Dies wurde durch genetische Untersuchungen ergänzt. Bei den ersten drei Taxa unterschied sich die Verteilung der jeweils zwei Zytotypen in Deutschland, bei den anderen drei nicht. Genetisch konnte zwischen den tetraploiden Achillea pratensis und Achillea collina kein Unterschied festgestellt werden. Diploides Euphorbia cyparissias ist auf den äußersten Westen Deutschlands beschränkt. Diploides Knautia arvensis (Knautia arvensis subsp. pannonica) ist wahrscheinlich keine heimische Art in Deutschland. Zwischen den Zytotypen werden jeweils klare genetische Unterschiede festgestellt
(J. Höfner & al.).
Thomas Gregor, 7.2.2026
RegnitzFlora13 (Januar 2026)
Der Nachlass des 2008 verstorbenen Erich Walter wurde von M. Breitfeld und E. Hertel aufgearbeitet. Bemerkenswerte Funde aus dem Gebiet der Regnitzflora werden mitgeteilt. Herbar und Unterlagen befinden sich im Ökologisch-Botanischen Garten Bayreuth (UBT). G. Schillai beschäftigt sich mit der Ökologie von Gentianopsis ciliata. R. Höcker und J. Wagenknecht präsentieren jeweils bemerkenswerte Pflanzenfunde.
Thomas Gregor, 12.1.2026
Fern Gazette 22(6) (Januar 2026)
M. Lubienski & V. M. Dörken haben mit mikromorphologischen Methoden die Begleitzellen der Spaltöffnungen bei Schachtelhalmen untersucht. Nach der Dichte der dort vorhandenen Papillen lassen sich Equisetum arvense, Equisetum fluviatile und Equisetum palustre unterscheiden. Nur über dieses Merkmal lässt sich die häufige Hybride Equisetum x litorale (E. arvense x fluviatile) von der extrem seltenen Hybride Equisetum x dycei (E. fluviatile x palustre) unterscheiden. Obwohl am Locus typi von Equisetum x dycei bei Nachsuchen nur Equisetum x litorale gefunden wurde, sehen die Autoren von der Publikation eines neuen Binoms vor der ausstehenden Untersuchung des Typusmaterials von Equisetum x dycei für Equisetum fluviatile x palustre ab.
Thomas Gregor, 12.1.2026
Bulletin de la Société des naturalistes luxembourgeois 127 (Ende 2025)
Thelypteris palustris wurde in Luxemburg wiedergefunden (Y. Krippel & J.-P. Wolff). Zur Populationsdynamik von Salvia pratensis ebenda äußern sich E. Schneider & al.
10. Januar 2026, Ralf Hand
Kew Bulletin 80(3) (September 2025)
Die Thematik des korrekten Namens für Polygala chamaebuxus – sofern man sich gezwungen sieht die Art aus Polygala herauszulösen – nimmt eine neue Wendung. Jetzt wird Chamaebuxus unguiculata propagiert (J. F. Barêa Pastore & M. Mota)
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10. Januar 2026, Ralf Hand
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue5, May 2024
Nach H. L. Andersen et al. (pp. 1-11) stellt Fennoskandinavien eine der Hotspot-Regionen für die Diversität der Gattung Sorbus s. l. in Europa dar. H. L. Andersen et al. haben in einem aufschlussreichen Artikel die Pollen-Morphologie von norwegischen Sorbus-Hybriden untersucht. Insgesamt wurden von 16 Exemplaren bzw. von 13 Arten aus Mittel- und Südnorwegen einschließlich Hybriden (Sorbus s. str., Aria und Hedlundia) u.a. die Morphologie, Größe und Oberflächenstruktur ihrer Pollen mit einem Licht- und einem Elektronen-Mikroskop analysiert. Die Pollen der untersuchten Sippen bzw. Hybriden ließen sich differenzieren, was an sehr guten Elektronen-Mikroskop-Aufnahmen zu sehen ist.H. L. Andersen et al. konnten einenPollen-Bestimmungsschlüssel für die untersuchten Sorbus-Arten und -Hybriden erstellen.
Dr. Dierk Kunzmann, 30.03.2025
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, publiziert 9. Dezember 2024 - online
J. Daniel-Ferreira et al. (pp. 1-10) untersuchten den Effekt der Ausbreitung der invasiven Lupinus polyphyllus auf Vielfalt von Pflanzengemeinschaften entlang von Straßen in Schweden. Dominante Lupinus polyphyllos-Bestände wirken sich besonders negativ auf viele Offenland-Habitate mit konkurrenzschwachen, Stickstoff-meidenden und trocken-toleranten Arten aus und reduzieren die Ausbreitungsmöglichkeiten gefährdeter Arten. Die Publikation sei allen zu empfehlen, die sich mit der Ausbreitung von invasiven Arten in Deutschland beschäftigen.
Dr. Dierk Kunzmann, 30.03.2025
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue 7, publiziert 13. März 2024
Gróa ValgerðurIngimundardóttir et al. (pp. 1-11) untersuchten die phänotypische Plastizität von Scorzoneroides autumnalis in Nordeuropa (Färöer-Inseln, Island, Norwegen, Schweden, Dänemark) im Gelände (12 verschiedene Habitate) und an Hand von sehr umfangreichen Herbar-Material (über 4.000 Exemplare), differenziert nach Geographie und durchschnittlicher Höchsttemperatur im August. Von 87 Populationen wurden lebende Pflanzen für „commongarden“-Experimente gesammelt. In dieser Daten-reichen „large scale“-Studie konnte nachgewiesen werden, dass die phänotypische Plastizität der wichtigen Blütenmerkmale unter unterschiedlichen Temperaturbedingungen, z.B. Anpassung an niedrige vs. an höhere Sommertemperaturen,zwischen den geografischen Untersuchungsgebieten viel größer ist als zwischen den Standorten innerhalb einer geografischen Zone. Bei höheren Temperaturen entwickelten sich Blütenköpfe mit kurzen Zungenblüten, blasseren Blütenfarben und einer geringeren Behaarung. Es wird daher gefolgert, dass auf Grund dieser phänotypischen Plastizität die untersuchten Blütenmerkmale nicht geeignet sind, infraspezifische Taxa innerhalb von S. autumnalis abzugrenzen.
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue11, publiziert 21. August 2024
A.N. Sennikov (pp. 1-8) beschäftigt sich mit der taxonomischen Historie von Pilosella floribunda, einem in Mittel-, Nord- und Ost-Europa verbreiteten hybridogenen Aggregat. Demnach handelt es sich beim Originalmaterial von Hieracium floribundum aus Polen um ein Triple-Hybrid. Nicht nur vor dem Hintergrund der Beschreibung von P. floribunda in Band 3 der Flora Germanica (2024) lohnt sicherlich das Eintauchen in diese neue Publikation, welche auch nicht im Online-Nachtrag der Flora Germanica (20.11.2025) Erwähnung findet.
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue9,publiziert 27. Juni 2024
M. Zhou et al. (pp. 1-11)untersuchten mittels DNA-Mikrosatelliten die genetische Variabilität von Rubus wahlbergii und taxonomisch nah verwandten Arten in der Sektion der Haselblattbrombeeren (Rubus Sect. Corylifolii) im südlichen Schweden. In den 560 Proben zur DNA-Untersuchung verwendeten Proben wurde neben Material aus Schweden auch Aufsammlungen aus Dänemark, Norwegen und Deutschland verwendet. Nach M. Zhou et al. ließen sich mittels Mikrosatelliten-DNA-Analyse der
R. wahlbergii-Komplex in drei gut trennbare Sippen differenzieren: R. wahlbergii, R. nordicus und
R. wahlbergioides. Die Ergebnisse der genetischen Analyse wurden mit den morphologischen Merkmalen abgeglichen, eine lesenswerte Studie!
R. wahlbergii-Komplex in drei gut trennbare Sippen differenzieren: R. wahlbergii, R. nordicus und
R. wahlbergioides. Die Ergebnisse der genetischen Analyse wurden mit den morphologischen Merkmalen abgeglichen, eine lesenswerte Studie!
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026
Stapfia Reports 115(Dezember 2025)
M. Hohla & al. stellen Funde von 17 bemerkenswerten Gefäßpflanzen aus Burgenland, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark vor, darunter Aronia ×prunifolia, Sedum pallidum und Tilia tomentosa.
M. Hohla hat 47 Campingplätze bzw. Wohnwagenstellplätze in Oberösterreich, Salzburg und in Südostbayern abgesucht. Neunachweise betreffen Ranunculus muricatus, R. parviflorus und
Veronica acinifoliafür Oberösterreich, Alchemilla australis, Ranunculus muricatus, R. parviflorus und Sclerochloa dura für das Bundesland Salzburg sowie Crassula tillaea, Galium murale, Ranunculus parviflorus, Sabulina mediterranea und Trifolium scabrumfür Bayern. C. Gilli & al. haben floristische Kurzmitteilungen verfasst, so zu Isolepis setacea, Juncus subnodulosus oder Sagina saginoides.
G. Gottschlich hat 2036 Hieracium - Belege des Herbariums von Walter Gutermann (1935–2023) revidiert. Dies führt zu einigen Neubeschreibungen südosteuropäischer Taxa. Hieracium fritzei,
H. nigrescens subsp. nigrescens und Pilosella mirabilis sind neu für Österreich. G. Gottschlich &
R. Vogt haben die 26000 Belege umfassenden Hieracium- Sammlungen von Karl Touton(1858–1934) und August Schlickum (1867–1946) im Botanischen Museum Berlin (B) aufgearbeitet. Hier werden die Ergebnisse zu Pilosella mitgeteilt: 325 von Touton beschriebenen Taxa werden lectotypisiert. Im Rahmen einer Revision werden 407 Namen als Synonyme 56 weitergefassten Taxa zugewiesen.
M. Hohla hat 47 Campingplätze bzw. Wohnwagenstellplätze in Oberösterreich, Salzburg und in Südostbayern abgesucht. Neunachweise betreffen Ranunculus muricatus, R. parviflorus und
Veronica acinifoliafür Oberösterreich, Alchemilla australis, Ranunculus muricatus, R. parviflorus und Sclerochloa dura für das Bundesland Salzburg sowie Crassula tillaea, Galium murale, Ranunculus parviflorus, Sabulina mediterranea und Trifolium scabrumfür Bayern. C. Gilli & al. haben floristische Kurzmitteilungen verfasst, so zu Isolepis setacea, Juncus subnodulosus oder Sagina saginoides.
G. Gottschlich hat 2036 Hieracium - Belege des Herbariums von Walter Gutermann (1935–2023) revidiert. Dies führt zu einigen Neubeschreibungen südosteuropäischer Taxa. Hieracium fritzei,
H. nigrescens subsp. nigrescens und Pilosella mirabilis sind neu für Österreich. G. Gottschlich &
R. Vogt haben die 26000 Belege umfassenden Hieracium- Sammlungen von Karl Touton(1858–1934) und August Schlickum (1867–1946) im Botanischen Museum Berlin (B) aufgearbeitet. Hier werden die Ergebnisse zu Pilosella mitgeteilt: 325 von Touton beschriebenen Taxa werden lectotypisiert. Im Rahmen einer Revision werden 407 Namen als Synonyme 56 weitergefassten Taxa zugewiesen.
Thomas Gregor, 3.1.2026