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2026 - GEFD

Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands
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2026

03.08.2026
Beiträge zur Literaturschau bitte per Mail an info@flora-deutschlands.de ,
Betreff: Literaturschau

Revue botanique de Grand Est 2026-1 (o. Dat. online)
Samolus valerandi (Primulaceae) ist eine über Eurasien und Teile Afrikas weit verbreitete, aber im europäischen Teil ihres Areals in starkem Rückgang begriffene und gefährdete Art. Die konkurrenzschwache, aber salztolerante Pflanze findet in der Regel an Salzstandorten geeignete Wuchsbedingungen. Zwei Nachweise im Bereich der Vogesen (M. Stoecklin & al.) bieten einiges Bemerkenswerte: Eines der Vorkommen, in 300 m Höhe im westlichen Vorland der Vogesen gelegen, wurde durch gezielte Nachsuche an einer schon 1843 angegebenen Stelle wiedergefunden. Der Biotop hat mehr den Charakter einer Kalktuff-Quelle als einer üblichen Salzstelle; allerdings tritt sulfathaltiges Wasser aus, das von Gipsvorkommen gespeist wird. Die Landbewirtschaftung eines großen Gehöftes in der Nähe weist traditionelle Züge auf, z. B. das Befahren feuchter bis nasser Flächen, was Bodenverwundungen und Kleingewässer schafft und das Überleben einer an seltenen Arten reichen Flora und Fauna fördert. Die zweite Fundstelle liegt in 1080 m Höhe in den Hochvogesen am Rand eines Moores. Das weist ebenso wie die weite Verbreitung auf eine große Toleranz von Samolus valerandi gegenüber klimatischen Faktoren hin.  

Hans Reichert, 2. August 2026

Zprávy České botanické společnosti 57 (2022)
Barbora Čepelová berichtet über eine von der Česká botanická společnost im Rahmen der Aktion „Rostlina roku 2021“ initiierte Überprüfung historischer Fundorte von Anacamptis morio. Ziel der Aktion war es, den aktuellen Kenntnisstand zur Verbreitung der in Tschechien vom Aussterben bedrohten Art zu verbessern und damit eine Grundlage für mögliche Schutzmaßnahmen zu schaffen. Insgesamt beteiligten sich 24 Botanikerinnen und Botaniker an der Überprüfung von 54 historischen Fundorten (44 % der ausgewählten Lokalitäten). An elf Standorten konnte das Vorkommen von A. morio bestätigt werden. Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise für das zukünftige Monitoring und den Artenschutz dieser in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangenen Orchidee.

29.Juli, Erik Welk

Zprávy České botanické společnosti 58/2 (2023)
Jiří Velebil, Roman Businský, Martin Lepší und Petr Lepší fassen den aktuellen Kenntnisstand zum tschechischen Endemiten Sorbus gemella zusammen. Eine umfassende Kartierung zeigte, dass die Art mit mindestens 1.500 Individuen wesentlich häufiger und weiter verbreitet ist als bislang angenommen und damit zu den individuenreichsten endemischen Mehlbeerarten Tschechiens zählt. Aufgrund ihres kleinräumigen Areals sowie der Überalterung vieler Bestände stufen die Autoren S. gemella dennoch weiterhin als kritisch gefährdet ein. Zur langfristigen Erhaltung empfehlen sie die Förderung lichter Wälder, den Schutz der Naturverjüngung vor Wildverbiss sowie ein kontinuierliches Monitoring der Kernpopulationen.
Jiří Hadinec und Zdeněk Skála berichten über den Erstnachweis von Cynoglossum germanicum für die Flora der Tschechischen Republik. Die Art wurde 2020 am nordwestlichen Rand des Džbán-Gebietes entdeckt und in den Jahren 2021–2023 durch wiederholte Geländebegehungen näher untersucht. Dabei konnten mehrere Teilpopulationen nachgewiesen und die Standortansprüche dokumentiert werden. Da C. germanicum bereits aus den Nachbarländern Deutschland, Österreich und der Slowakei bekannt ist, diskutieren die Autoren die Frage, ob es sich um ein bislang übersehenes autochthones Vorkommen oder um eine jüngere Einwanderung handelt.

29.Juli, Erik Welk

Zprávy České botanické společnosti 59/1 (2024)
Jiří Velebil, Martin Sedlák und Radomír Řepka legen den ersten Teil einer umfassenden Bearbeitung der Gattung Cotoneaster in der Tschechischen Republik vor. Der Beitrag enthält einen Bestimmungsschlüssel für alle einheimischen, verwildernden und die wichtigsten kultivierten Arten sowie eine systematische Übersicht der Gattung mit Angaben zu Verbreitung und Einbürgerung. Berücksichtigt werden zwei einheimische, 21 verwildernde und zwei häufig kultivierte Arten. Damit schaffen die Autoren eine wichtige Grundlage für die sichere Bestimmung und floristische Bewertung der in Tschechien zunehmend verwildernden Zwergmispeln.

29.Juli, Erik Welk

Zprávy České botanické společnosti 59/2 (2024)
Lucie Červená und Šimon Zlámaný untersuchten die aktuelle Verbreitung und den Populationszustand von Juniperus communis im südwestlichen Teil des Böhmisch-Mährischen Plateaus. Neben der Kartierung der Vorkommen wurden Populationsgröße, Alters- und Geschlechterstruktur sowie die Standortbedingungen und Vergesellschaftung erfasst. Die Ergebnisse liefern erstmals eine aktuelle Übersicht über die Bestände der in Tschechien gefährdeten Art in dieser Region und ermöglichen zugleich eine Bewertung der Wirksamkeit bisheriger Pflegemaßnahmen in Schutzgebieten. Die Autoren sehen darin eine wichtige Grundlage für das künftige Monitoring und die gezielte Förderung der Wacholderbestände.
Michal Ducháček, Jiří Danihelka und Pavel Dřevojan fassen den aktuellen Kenntnisstand zu Euphorbia saratoi in der Tschechischen Republik zusammen. Im Zuge einer Revision tschechischer Herbarbelege und neuer taxonomischer Erkenntnisse zeigte sich, dass die Art bislang vielfach mit E. esula, E. virgata oder deren vermeintlichen Hybriden verwechselt wurde. Nach der Neubewertung erweist sich E. saratoi als über weite Teile Tschechiens verbreitet; zudem konnten in den vergangenen beiden Vegetationsperioden zahlreiche weitere Vorkommen nachgewiesen werden. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Taxonomie, die Bestimmungsmerkmale und die aktuelle Verbreitung dieser bislang häufig verkannten Wolfsmilchart.
Petr Lepší und Martin Lepší berichten über den Erstnachweis von Rubus bertramii für die Flora der Tschechischen Republik. Die subozeanische Brombeerart wurde auf der tschechischen Seite des Böhmerwaldes (Šumava) entdeckt und ist damit als neuer autochthoner Bestandteil der Landesflora nachgewiesen. Aufgrund der Vorkommen in den Nachbarländern halten die Autoren weitere Nachweise im südlichen und westlichen Böhmen für möglich. Angesichts der intensiven batologischen Erforschung Tschechiens und der biogeographischen Barriere des Böhmerwaldes dürfte R. bertramii jedoch auch künftig zu den seltensten Brombeerarten des Landes zählen.

29.Juli, Erik Welk

Zprávy České botanické společnosti 60/1 (2025)
Jiří Velebil, Martin Sedlák und Radomír Řepka setzen ihre Bearbeitung der in der Tschechischen Republik vorkommenden Cotoneaster-Arten fort und behandeln die Serien Horizontales und Nitentes. Nach einer einführenden Übersicht über die Gattung widmet sich der Beitrag detailliert der Taxonomie, Bestimmung, Verbreitung und Ökologie dieser überwiegend als Ziergehölze eingeführten Arten. Besonderes Augenmerk gilt den zunehmend verwildernden Vorkommen und deren Bedeutung für die Flora Tschechiens. Die Arbeit liefert damit eine wichtige Grundlage für die sichere Ansprache und floristische Bewertung eingebürgerter Cotoneaster-Arten.

29.Juli, Erik Welk

Plant Biosystems 158/4 (2024)
Lorenzo Lastrucci und KollegInnen stellen den Erstnachweis von Sparganium oocarpum für die Flora Italiens vor. Grundlage der Untersuchung ist eine Revision von Herbarbelegen der Sparganium erectum-Gruppe, bei der diagnostisch wichtige Fruchtmerkmale statistisch ausgewertet wurden. Gleichzeitig werden neue regionale Verbreitungsangaben für weitere Vertreter der Artengruppe zusammengestellt und ein Bestimmungsschlüssel für die vier in Italien vorkommenden Arten vorgelegt. Die Arbeit unterstreicht den Wert von Herbarrevisionen für die Aufklärung kritischer Artengruppen und die Aktualisierung nationaler Floren.
Lazar D. Žarković und KollegInnen untersuchten die Fruchtmikromorphologie und Fruchtmorphometrie von acht wildwachsenden Rosa-Arten aus Serbien. An nahezu 26.000 Nüsschen aus über 1.800 Hagebutten konnten artspezifische Unterschiede in Größe, Form und Behaarung nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere mikromorphologische Fruchtmerkmale wertvolle zusätzliche Bestimmungsmerkmale innerhalb der taxonomisch schwierigen Gattung Rosa darstellen und künftig stärker in systematische Untersuchungen einbezogen werden sollten.
Plant Biosystems 159/3 (2025)
Aybike Doğan Atıcı und Ayla Kaya legen eine umfassende morphologische, anatomische und palynologische Bearbeitung der beiden in der Türkei vorkommenden Odermennig-Arten Agrimonia eupatoria und A. repens vor. Erstmals werden detaillierte morphologische Beschreibungen der beiden Arten für die Flora der Türkei bereitgestellt und zahlreiche diagnostische Merkmale vergleichend ausgewertet. Unterschiede fanden sich unter anderem im Blütenstand, an Blüten- und Fruchtmerkmalen, im anatomischen Aufbau sowie in den Pollenkörnern. Die Studie liefert damit eine wichtige Grundlage für die sichere Bestimmung der beiden Arten und ergänzt die bisherige Kenntnis dieser arzneilich bedeutsamen Gattung.
Chiara Montagnani und KollegInnen rekonstruieren die Einwanderungs- und Ausbreitungsgeschichte von Ambrosia psilostachya in Italien anhand von Herbarbelegen, Literaturdaten und aktuellen Geländeerhebungen. Die Art wurde vermutlich bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingeschleppt; die ältesten Freilandnachweise stammen vom Beginn des 20. Jahrhunderts aus den Tyrrhenischen Küstengebieten. Heute ist sie vor allem an Flussufern und in Küstendünen mit sandigen Böden weit verbreitet. Die Autoren weisen darauf hin, dass die bisher häufige Verwechslung mit anderen Ambrosia-Arten ihre Ausbreitung lange verschleiert hat, und sehen insbesondere für sandige Lebensräume sowie aufgrund der allergenen Pollen ein erhebliches invasionsbiologisches Risiko.

29.Juli, Erik Welk

Fragmenta Floristica et Geobotanica Polonica 29/2 (2024)
Piotr Kobierski, Romuald Piotrowski und Roman Ryś legen den zweiten Teil ihrer floristischen Bearbeitung des südwestlichen Teils der Woiwodschaft Lubuskie vor. Vorgestellt werden Nachweise von 174 seltenen, geschützten oder gefährdeten Gefäßpflanzenarten, die überwiegend im Jahr 2024 erhoben wurden. Unter den nachgewiesenen Arten befinden sich 49 gesetzlich geschützte und 79 in Polen gefährdete Taxa. Besonders bemerkenswert sind Funde von Isolepis fluitans, die in Polen als ausgestorben galt, sowie Nachweise von Cardamine parviflora, Carex buxbaumii, C. buekii, Corrigiola litoralis, Elatine hexandra und Eleocharis ovata. Die Arbeit stellt einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Verbreitung seltener Gefäßpflanzen im westlichen Polen dar und dokumentiert die hohe floristische Bedeutung der Region.
Tomasz Wójcik und KollegInnen berichten über einen neu entdeckten Bestand von Fritillaria meleagris in Zaleska Wola (Woiwodschaft Karpatenvorland) und stellen Ergebnisse eines zweijährigen Monitorings vor. Untersucht wurden die Habitatbedingungen, die Vegetationszusammensetzung sowie die Zahl blühender Individuen auf einer etwa einen Hektar großen Feuchtwiese. Der Bestand befindet sich derzeit in einem günstigen Erhaltungszustand und profitiert von einer extensiven Mahd mit Biomasseentnahme. Als mögliche Gefährdungsfaktoren nennen die Autoren jedoch eine fortschreitende Austrocknung des Standortes sowie die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten. Die Arbeit unterstreicht die Bedeutung eines kontinuierlichen Monitorings für den langfristigen Schutz dieser seltenen Wiesenart.
29.Juli, Erik Welk

Acta Botanica Croatica 84/1 (2025)
Norbert Bauer und KollegInnen berichten über die rasche Ausbreitung des mediterranen Süßgrases Catapodium rigidum in Ungarn. In den vergangenen Jahren wurden zwölf neue Fundorte nachgewiesen. Die Vorkommen liegen zum Teil entlang von Fernstraßen, häufiger jedoch in städtischer Ruderalvegetation. Aufgrund der Salzempfindlichkeit der Art vermuten die Autoren, dass sich C. rigidum weniger entlang winterlich gesalzener Straßen als vielmehr in trockenwarmen Ruderalstandorten urbaner Gebiete ausbreitet. Als mögliche Ursachen werden zunehmender Verkehr, Tourismus und klimatische Veränderungen diskutiert.
DOI: https://doi.org/10.37427/botcro-2025-002

29.Juli, Erik Welk

Acta Botanica Croatica 84/2 (2025)
Pavel Novák und KollegInnen berichten über den Erstnachweis von Stellaria ruderalis im Kaukasus. Die erst vor wenigen Jahren beschriebene Art wurde an 14 Fundorten in Georgien und Armenien nachgewiesen und besiedelt sowohl Ruderalstandorte als auch Laub- und Mischwälder. Nach Einschätzung der Autoren dürfte S. ruderalis in der Region deutlich weiter verbreitet sein und bislang vielfach übersehen worden sein. Aufgrund der unzureichenden Datenlage wird vorläufig eine Einstufung als „Data Deficient“ vorgeschlagen.
DOI: https://doi.org/10.37427/botcro-2025-018

29.Juli, Erik Welk

Acta Botanica Croatica 85/1 (2026)
Nataša Pipenbaher und KollegInnen untersuchten die genetische Variabilität reliktischer Populationen von Linnaea borealis am südöstlichen Alpenrand und verglichen diese mit Populationen aus dem borealen Hauptareal. Die isolierten Alpenpopulationen weisen eine deutlich verringerte genetische Diversität auf und zeigen Hinweise auf einen ausgeprägten Flaschenhalseffekt. Gleichzeitig sprechen die genetischen Daten dafür, dass diese Vorkommen glaziale Refugialpopulationen darstellen könnten, die seit der Eiszeit am Alpenrand überdauert haben. Die Arbeit liefert damit wichtige Hinweise zur nacheiszeitlichen Florengeschichte sowie zum Schutz der stark isolierten südlichen Randpopulationen dieser borealen Art.
Jacob Koopman, Helena Więcław, Janez Mihael Kocjan und Sandro Bogdanović stellen zahlreiche neue und bemerkenswerte Nachweise von Carex-Taxa für Kroatien vor. Durch Herbarrevisionen und Geländearbeiten konnten fünf Taxa (Carex distachya subsp. phyllostachioidea, C. depressa subsp. transsilvanica, C. nigra subsp. juncea, C. pairae und C. secalina) erstmals für die kroatische Flora nachgewiesen werden; außerdem wurde C. aterrima subsp. aterrima als bislang übersehene Art bestätigt. Damit erhöht sich die Zahl der in Kroatien bekannten Carex-Arten auf 91 sowie der nachgewiesenen Hybriden auf elf. Der Beitrag enthält darüber hinaus Angaben zu weiteren seltenen Seggenarten und unterstreicht, dass selbst in einer vergleichsweise gut untersuchten Flora durch gezielte Herbarrevisionen und Kartierungen weiterhin bedeutende Neunachweise möglich sind.

29.Juli, Erik Welk

Plant Ecology & Diversity 18 (2025)
Yanqian Ding und KollegInnen untersuchten die nacheiszeitliche Besiedlungsgeschichte von Euphrasia micrantha in Schottland anhand genomischer Daten. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Art Schottland nach der letzten Eiszeit über mehrere Einwanderungswege besiedelte und verschiedene genetische Linien bis heute erhalten geblieben sind. Innerhalb einer der Hauptlinien zeigte sich zudem eine deutliche Ost-West-Differenzierung. Die Studie liefert neue Erkenntnisse zur Florengeschichte Nordwesteuropas und verdeutlicht das Potenzial genomischer Methoden für die Untersuchung taxonomisch schwieriger Pflanzengruppen.
Kaitlin Saward und KollegInnen rekonstruierten die Verwandtschaftsverhältnisse der britischen Epilobium-Arten und untersuchten den Zusammenhang zwischen genetischer Distanz und Hybridisierung. Entgegen der häufig vertretenen Annahme ließ sich kein Zusammenhang zwischen dem Verwandtschaftsgrad der Elternarten und der Entstehung oder Fertilität von Hybriden nachweisen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erfolgreiche Hybridisierung innerhalb der Gattung stärker von artspezifischen biologischen Eigenschaften als von der phylogenetischen Verwandtschaft bestimmt wird und unterstreichen die Bedeutung der Hybridisierung für die Evolution der Weidenröschen.
Christopher D. Preston analysierte die Veränderungen der Straßenflora von Cambridge über mehrere Jahrzehnte. Während sich der Bestand häufiger Arten als bemerkenswert stabil erwies, unterlag ein großer Teil der Flora einem kontinuierlichen Artenwechsel. Besonders Neophyten und kurzlebige Ruderalarten zeigten eine hohe Dynamik. Als wesentliche Ursachen diskutiert der Autor klimatische Veränderungen, veränderte Pflegemaßnahmen sowie den Einsatz von Herbiziden. Die Arbeit dokumentiert eindrucksvoll den langfristigen Wandel urbaner Floren.
Hamlyn G. Jones und Amanda J. Jones bewerteten die Eignung aktueller Pflanzen-Bestimmungs-Apps für floristische Anwendungen. Gegenüber früheren Untersuchungen zeigte sich zwar eine deutlich verbesserte Bestimmungsgenauigkeit. Schwierigkeiten bestehen jedoch weiterhin insbesondere bei vegetativen Pflanzen, seltenen Arten sowie kritischen Artengruppen. Die Autoren empfehlen deshalb, automatische Bestimmungen bei floristischen Kartierungen und Citizen-Science-Projekten weiterhin durch botanisch erfahrene Bearbeiter zu überprüfen.

29.Juli, Erik Welk

American Journal of Botany 113/2 (Februar 2026)
Susanne Renner zeigt, dass verfügbare Chromosomen- und Genomdaten die generelle Hypothese der Evolutionsrichtung von niedrigen hin zu höheren Basiszahlen nicht unterstützen.
https://doi.org/10.1002/ajb2.70162

28. Juli 2026, Christiane Ritz

American Journal of Botany 113/3 (März 2026)
Mohn und Yang zeigen anhand von Genom- und Transkriptomdaten, dass Droseraanglica als Allopolyploide aus den Eltern D. rotundifolia und D. linearis hervorgegangen ist. Nachweise für multiple Entstehung wurden nicht gefunden.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

Annals of Botany 137/3 (März 2026)
Valdés-Florido et al. untersuchten die Zusammenhänge zwischen Chromosomenzahl, klimatischer Einnischung und morphologischen Merkmalen in der Gattung Carex. Die Chromosomenzahl hat einen schwachen, aber signifikanten Effekt auf die Diversifikation, während klimatische Einnischung diese nur indirekt über angepasste Morphologie beeinflusst.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

 
DiversityandDistributions32/3 (März 2026)
Ellerbrok et al. untersuchten wie abiotische Faktoren und menschliche Einflüsse auf die Diversität von terrestrischen und limnischen Ökosystemen in Deutschland zwischen 1900 und 2023 wirken. Untersucht wurden neben Wirbeltieren und Insektengruppen auch Pilze und Gefäßpflanzen. Landnutzung und Klima hatten ähnlich starke Effekte auf die Artenvielfalt, während der Einfluss von Schutzstatus und Bodeneigenschaften weniger deutlich war. Städtische Freiflächen, das Vorhandensein von Gewässern und die Einrichtung von Schutzgebieten hatten einen positiven Einfluss auf die Vielfalt.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

 
Flora 337 (April 2026)
Krasylenko et al. nahmen die morphologische und anatomische Entwicklung im Laufe des Lebenszyklus von Lathraea squamaria unter die Lupe und studierten auch ihre Bestäuber.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 70 (März 2026)
Zozomová-Lihová et al. entwirren die Taxonomie von Cardamine rivularis Schur und
C. rivularis auct. non Schur in den Alpen und in Südosteuropa anhand genomischer und morphometrischer Daten. In diesem Komplex sind kryptische Arten zu finden: die alpinen Populationen werden jetzt unter dem neuen Namen C. pseudorivularisLandolt ex Marhold&Lihová gefasst, die aus den Ostkarpaten zu C. marholdiiTzvelev gestellt, während Populationen aus dem Vorland der Ostkarpaten als C. ucranicaMarhold&Lihová beschrieben werden. Die Autoren betonen, dass nur C. pseudorivularis an den Polyploidisierungsereignissen in den Alpen beteiligt ist.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

 
Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 71 (Juli 2026)
Vörös et al. untersuchten die Populationen der seltenen Art Omphalodes scorpioides in Mitteldeutschland, was den nordwestlichen Rand des Verbreitungsgebietes darstellt. Die Populationen waren untereinander genetisch stark verschieden, die Diversität innerhalb der Populationen moderat. Die Größe der Populationen stand in keinem Zusammenhang mit ihrer genetischen Diversität. Größere Populationen zeigten eine höhere Fortpflanzungsleistung, produzierten jedoch kleinere Samen. Die Auswertung von Herbarbelegen über einen Zeitraum von 200 Jahren zeigte, dass die Pflanzen heute im Vergleich zu früher später blühen und sich ihre Blattfläche verringerte. Beides könnte auf eine im Laufe der Zeit zunehmende Umweltbelastung zurückzuführen sein.
Klušková et al. legen einen umfassenden Übersichtsartikel zur Taxonomie, Biologie, Ökologie und Invasionsgeschichte und Managementstrategien von Prunus serotina vor.
 
28. Juli 2026, Christiane Ritz

Fern Gazette 22(5) (2025)
C.R. Fraser-Jenkins plädiert für eine Fassung der apomiktischen Sippen aus dem
Umfeld von Dryopteris affinis als Unterarten, Varietäten und Formen. So wird
Dryopteris lacunosa als Dryopteris affinis subsp. borreri f. dilatata gefasst.

Thomas Gregor, 24.7.2026

Indian Fern Journal 43(1) (2026)
C.R. Fraser-Jenkins & C.B. Fraser-Jenkins plädieren für eine Fassung als Arten der
apomiktischen Sippen aus dem Umfeld von Dryopteris affinis. Unter den mehr als 50
Arten findet sich auch die in Deutschland vorkommende Dryopteris trapezioides.

Thomas Gregor, 24.7.2026


Taxon 75(2) (April 2026)
K.-L.Xiang & al. legen eine Neugliederung der Ranunculaceen vor mit 5 Unterfamilien,
14 Triben und 58 Gattungen. Änderungen für die mitteleuropäische Flora ergeben sich nicht.
P. P. Ferrer-Gallego beantragt
Pinus sylvestris mit einem konservierten Typus zu konservieren und begründet dies in einem separaten Artikel. Der Lektotypus gehört zu Pinus halepensis.
J. W. Kadereit und G. M. Schneeweiß gliedern den Tribus
Rubiae der Rubiaceen neu, der jetzt aus 23 teilweise neu aufgestellten Gattungen besteht, wobei 293 Neukombinationen durchgeführt werden. Für uns ergeben sich unter anderem: Asperula cynanchica wird
zu
Cynanchica pyrenaicasubsp.cynanchica, Asperula neilreichii zu Cynanchica neilreichii,
Asperula tinctoria zu Hydrogalium inctorium, aliumelongatum zu Hydrogalium elongatum,Galium palustre zu Hydrogalium palustre und Galium rotundifolium zuTrichogalium rotundifolium.
L Peruzzi typisiert
Hemerocallis fulva und Hemerocallis lilioasphodelus im bisherigen Gebrauch. M. W. Chase & al. beantragen die weit verbreitete und artenreiche Orchideen-Gattung Habernaria gegen Herminium und kaum verwendeten Namen Monorchis zu schützen.
R. Deanna legen eine phylogenetische Klassifizierung der Solanaceen vor, die 38 Kladen umfasst.

Thomas Gregor, 19.7.2026

Taxon 75(3) (Juni 2026)
F. Zhao haben 51 der ca. 69 Ajuga-Arten molekular-genetisch untersucht. Ajuga ist monophylletisch und lässt sich in die Sektionen Ajuga und Chamaepithys gliedern. N. Lombard & al. haben 106 Thesium-Arten (ca. ein Drittel aller Arten) molekular-genetisch untersucht und gliedern die monophylletische Gattung in 6 Untergattungen und 18 Sektionen. Unsere Arten gehören in die Untergattung Thesium und hier in die Sektionen Orientale (Thesium ramosum, Th. ebracteatum, Th. rostratum, Th. humifusum) bzw. Thesium (Th. linophyllum, Th. bavarum, Th. pyrenacium, Th. alpinum).
 
Thomas Gregor, 19.7.2026

Pollichia-Kurier 42(3) (Juli 2026)
Die in Rheinland-Pfalz ausgestorben geglaubte Chimaphila umbellata wurde in der Vorderpfalz wiedergefunden (E. Gallhuber).

16. Juli 2026, Ralf Hand

Carnets botaniques 310 (Juni 2026)
Anlässlich des Fundes von Vaccinium uliginosum s. str. (tetraploid) im französischen Massiv central, wo V. gaultherioides (diploid) ansonsten dominiert, werden die Unterschiede beider Sippen samt Ökologie und Chorologie detailliert dargestellt (A. Fridlender)
 
16. Juli 2026, Ralf Hand

Öko-L 48(2)(2026)
Es wäre übertrieben zu behaupten, jeder mitteleuropäische Rentner hätte 60000 € für ein Wohnmobil übrig. Auf eine erstaunliche Menge scheinen mindestens über derartige Beträge zu verfügen. Dies hat zu einem Masseneintrag mediterraner Diasporen auf unseren Campingplätzen geführt. M. Hohla führt kompetent und unterhaltsam in dieses Thema ein und verschweigt auch nicht das suchterregende Potential diese schier unerschöpflichen Quelle neuer Neophyten.

Thomas Gregor, 12.7.2026


Taxon 75(1) (Februar 2026)
P. P. Ferrer-Gallego beantragt die Konservierung von Caucalis und Caucalis daucoides mit neuen Typen, um die weitere Verwendung als Basionym von Orlaya daucoides zu ermöglichen. Momentan ist Caucalis daucoides ein Synonym zu Caucalis platycarpos. T. F. Stuessy gibt einen Überblick über die Entwicklung des Systematische Botanik mit Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert.

 Thomas Gregor, 12.7.2026

Taxon 74(6) (Dezember 2025)
 P. Jienez-Mejías & al. haben „every attempt“ unternommen, um die Sektionsnamen in Carex zu erfassen, 243 müssen akzeptiert werden. Typen werden angegeben und so notwendig bestimmt. G. Winterfeld & al. haben sich mit der Phylogenie von Melica beschäftigt. Die Gattung ist monophylletisch und lässt sich in 8 Kladen aufteilen. In einer auf den Ergebnissen von nuklearer und plastidiärer DNA beruhenden Abbildung sind Herkünfte von Melica ciliata und Melica transsilvanicanicht getrennt, was textlich unerwähnt bleibt

Thomas Gregor, 12.7.2026

 
Taxon 74(5) (Oktober 2025)
In einem sehr umfassenden Beitrag beschäftigen sich M. Sochor & al. mit Rubus sect. Glandulosi. In Deutschland sind Vertreter dieser Sektion apomiktisch außer in Alpen, Alpenvorland und Bayerischem Wald. Durch Microsatelliten-Genotypisierung
konnten 80 mehrfach vorkommende Genotypen identifiziert werden, die teilweise beschriebenen Sippen zugeordnet werden konnten. 39 Genotypen erfüllten das Kriterium 50-km-Arealdurchmessen. Für die apomiktischen Sippen wird das Webersche System angewendet, alle in Mitteleuropa vorkommenden sexuellen Pflanzen werden Rubus glandulosus zugeordnet. Die auch in Deutschland vorkommenden Rubus divulgatus (in Sachsen) und Rubus piceeticola (in Bayern) werden beschrieben. Die Sippen werden großenteils ausführlich dargestellt und können über einen Schlüssel erkannt werden. Rubus hercynicus wird als unklares Taxon eingestuft. D. Iamonico & G. Capotorti typisieren Ulmus laevis, Ulmus minor sowie Ulmus pumila, wobei bei letzter Sippe der Linnäische Lektotypus weder Blüten noch Früchte besitzt und eine Epitypisierung notwendig werden könnte  

Thomas Gregor, 12.7.2026

Taxon 74(4) (August 2025)
D. Iamonica & al. beantragenBiscutella laevigata gegen daskaum Biscutella anchusifolia zu konservieren.Das Generalkomitee schließt sich allen Empfehlungen Nomenklaturkomitees an, die in der Besprechung von Taxon 73(6) genannt wurden.

Thomas Gregor, 12.7.2026

Taxon 74(3) (Juni 2025)
P. P. Ferrer-Gallego beantragt Potentilla heptaphylla mit einem neuen Typus zu konservieren. Das momentan bekannte Originalmaterial gehört zu Potentilla supina.

Thomas Gregor, 12.7.2026
 

Taxon 74(2) (April 2025)
G. Gottschlich beantragt Hieracium rupicaprae zu verwerfen, der Hieracium pilosum oder Hieracium dentatum gefährdet. K. M. Enright und N. E. C. Smith sprechen sich dafür aus, die an Digitalisierungen beteiligten Personen namentlich bei den Digitalisaten festzuhalten und sie als Teil des wissenschaftlichen Gemeinschaft anzusehen und entsprechend zu bezahlen.

Thomas Gregor, 12.7.2026
 
Taxon 73(6) (Dezember 2024)
Das Nomenklaturkomitee empfiehlt nicht Selaginella sowie Aster annuus (= Erigeron annuus) mit einem neuen Typus zu konservieren;es empfiehlt Dryopteris affinis (Lowe) Fraser-Jenk. gegen Dryopteris affinisKinahan, Ranunculus rionii gegen Ranunculus bauhini sowie Polcnemum majus gegen Camphorosma acuta zu schützen; Rubus pseudoidaeus, Plantago strictissima sowie Oenothera muricata zu verwerfen sowie Stellaria cerastoides(= Cerastium cerastoides) mit einem neuen Typus zu konservieren. M. Mucko & al. beschäftigen sich auf einer breiten Grundlage mit der Gliederung von Festucasect. Eskia, zu der in Deutschland nur Festuca pumila, hier als Festuca quadriflora, gehört. Um den Erhalt der weithin verwendeten Namens Rubus canescens zu erhalten, beantragen G. Matzke-Hajek & al. die Konservierung gegen Rubus aetnicus und Rubus argenteus.

Thomas Gregor, 12.7.2026

Taxon 73(5) (Oktober 2024)
V. O. Nachychko & al. beantragen Thymus marschallianus mit einem neuen Typus zu konservieren, um die Anwendung dieses Namens für eine südosteuropäische Sippe beibehalten zu können. Rumex pulcher ist bei eine nur selten vorkommenden unbeständige Sippe. D. Iamonica & M. Iberitzetypisieren, wenn nötig, die sechs Unterarten.

Thomas Gregor, 12.7.2026

Taxon 73(4) (August 2024)
Das Generalkomitee empfiehlt Myagrum perfoliatum mit einem neuen Typus zu konservieren, Rubus ulmifolius gegen drei andere Rubi zu konservieren, Cuscuta aggregata zu verwerfen.

Thomas Gregor, 12.7.2026

Juni 2024)
P. P. Ferrer-Gallego beantragt die Konservierung von Stellaria graminea mit einem konservierten Typus.R. K. Rabeler & M. S. Dillenberger beantragen die Konservierung von Spergularia gegen Corion. D. Sokoloff & al. beschäftigen sich mit der Gliederung von Acorus. Diploide (Acorus americanus, Asien und Nordamerika) und tetraploide (Acorus verus, in Ostasien) lassen sich genetisch und morphologisch unterscheiden. Acorus calamus ist die triploide, sterile Hybride zwischen den beiden Arten. Sie entstand in Asien und kommt heute vor allem in Europa und Nordamerika vor.
 
Thomas Gregor, 7.7.2026

Taxon 73(2) (April 2024)
P. P. Ferrer-Gallego typisiert Crepis vesicaria. Das Generalkomitee empfiehlt die Ablehnung der Konservierung von Ferulago, die Verwerfung von Callitriche plena, Callitriche cruciata, Callitriche ovata, Callitriche dioica sowie Stellaria intermedia, die Konservierung mit einem neuen Typus von Potentilla, Ophrys sphegodes und Triticum caninum (Elymus caninus) sowie Ailanthus als feminin zu konservieren.

Thomas Gregor, 7.7.2026

Taxon 73(1) (Februar 2024)
Das Nomenklaturkomitee empfiehlt dem nächsten IAPT-Kongress 2029 in Kapstadt Thymus marschallianus nicht zu verwerfen, Myagrum paniculatum (= Neslia paniculata) mit einem konservierten Typus zu versehen, Rubus ulmifolius gegen drei andere Rubus-Namen zu konservieren, Cuscuta aggregata zu verwerfen, Ranunculus trichophyllus gegen Ranunculus peucedanifolius zu konservieren. Solanum nitidibaccatumgegen Solanumstylesianum und Bosleria nevadensiszu konservieren, Callitriche foliosa zu verwerfen sowie Malus domestica gegen Malus sylvestris zu konservieren. D. Montesinos beschäftigt sich mit der Möglichkeiten der Benennung von „neo-species“ (invasiven Arten außerhalb ihres ursprünglichen Areals). Als Beispiel wird Centaurea solstitialis diskutiert.

Thomas Gregor, 7.7.2026

Taxon 72(6) (Dezember 2023)
Von T. Böhnert & E. del Guacchio werden Autoren (M. Tenore & G. Sangiovanni) und Lectotypisierung von Muscari neglectum geklärt.M. Wožniak-Chodacka & A. Pliszko beantragen den typisierten Linnäischen Namen Oenothera muricata zu verwerfen.

Thomas Gregor, 7.7.2026

Taxon 72(5)(Oktober 2023)
D. Iamonico & M. Iberite typisieren Crepis foetida mit Zeichnung, die keine Zuordnung zu den Unterarten erlaubt.

Thomas Gregor, 7.7.2026

 
Taxon 72(4) (August 2023)
 
Von D. Iamonici & al. wird beantragt den Namen Plantago strictissima zu unterdrücken, ein älteres Synonym zu Plantago serpentini. Von D. Iamonici & H. Freitag wird beantragt Polycnemum majus gegen Camphorosma acuta zu konservieren. Bei der Untersuchung zur Entstehung von Tragopogon miscellus (Tragopogon dubius x pratense) inNordamerika stellte sich heraus, dass Tragopogon pratense polyphylletisch ist und aus mindestens vier molekulargenetisch unterscheidbaren Gruppen besteht, die wohl als eigene Arten anerkannt werden müssten. S. L. Mosyakin beantragt Aster annuus (= Erigeron annuus) mit einem neuen Typus zu konservieren, um die bisherige Gliederung in Unterarten beibehalten zu können. Das Nomenklaturkomittee macht dem nächsten Botanikerkongress folgende, die deutsche Flora betreffende Vorschläge: Chenopodium viride wird nicht verworfen; Ferulago erhält keinen konservierten Typus; Callittriche plena, Callitriche dioica sowie Stellaria intermedia, ein zu Callitriche gehörendes Taxon, werden verworfen; Potentilla erhält einen konservierten Typus, um die Neubenennung vieler Arten nach einer eventuellen Abspaltung von Tormentilla zu verhindern; für Ailanthus wird das feminine Geschlecht festgelegt; Ophrys sphegodes erhält einen konservierten Typus.

 
Thomas Gregor, 3.7.2026


Taxon 72(3)(Juni 2023)
Von C. R. Fraser-Jenkins & al. wird beantragt Dryopteris affinis (Lowe) Fraser-Jenk. gegen den fast nie verwandten Namen Dryopteris affinis Kinahan zu konservieren. Z. Kaplan & al. beantragen dies für Ranunculus rionii gegen Ranunculus bauhinii. Von A. van de Beek & al. wird beantragt den Namen Rubus pseudoidaeus zu unterdrücken. Dieser heute oft für die Hybride zwischen Rubus caesius und Rubus idaeus verwendete Name könnte sich als älteres Synonym zu Rubus sulcatus erweisen.

Thomas Gregor, 3.7.2026

Taxon 72(2)(April 2023)
Der „Report of the General Committee 25“ bestätigt die Ablehnung der Konservierung von Chara flexilis mit konservierten Typus, die Verwerfung von Carex wazmanni (Synonym von Carex sempervirens), die Konservierung von Allium rotundum mit einem konservierten Typus (2016 von R. Hand in Thüringen gesammelt) sowie die Konservierung von Thymus glabrescens mit einem konservierten Typus gegen Thymus odoratissimus.Sagittaria sagittifolia und Sparganium erectum werden im heute gebräuchlichen Sinn konserviert (Ferrer-Gallego & al.). X. Van & al. stellen den Antrag Selaginella mit einem neuen Typus zu konservieren, um die Anwendung von Sellaginella bei der zu erwartenden Aufspaltung der Gattung auf die nur zwei Arten umfassende Gruppe um Sellaginella sellaginoides (momentan Typus der Gattung) zu verhindern. D. J. Mabberley stellt den Antrag Malus domestica gegen Malus sylvestris zu konservieren. T.-R. Huang stellen eine Gattungsrevision von Rubus vor. Die weltweit verbreitete Gattung wird in 10 Untergattungen aufgeteilt, von denen Rubus subgen. Chamaerubus (Typus Rubus chamaemorus), Rubus subgen. Idaeobatus (TypusRubus idaeus) sowie Rubus subgen. Rubus (Typus unbestimmt) in Mitteleuropa vorkommen.

Thomas Gregor, 2.7.2026

 
Preslia 97(4) (Dezember 2025)
Z. Kaplan & al. beschreiben die sterile Hybride zwischen Ranunculus circinatus und Ranunculus rionii.

Thomas Gregor, 2.7.2026

 
Preslia 98(1) (2026)
Z. Kaplan & al. führen die Flora der Tschechischen Republik mit der 15. Folge fort. Enthalten sind Asperugo procumbens,Bassia laniflora, Bassia prostrata, Brunnera macrophylla, Bupleurum affine, Bupleurum croceum, Bupleurum falcatum, Bupleurum longifolium, Bupleurum rotundifolium, Bupleurum subovatum,Bupleurum tenuissimum, Coeloglossum viride, Cotoneaster div. sp., Goodyera repens,Groenlandia densa, Herminium monorchis, Myosoton aquaticum, Omphalodes scorpioides, Omphalodes verna, Orchis mascula, Orchis militaris, Orchis pallens,Orchis purpurea, Pleurospermum austriacum, Potamogeton div. sp., Rapistrum perenne, Rapistrum rugosum, Sclerolaena tricuspis, Sedobassia sedoides, Stellaria div. sp.,Stuckenia pectinatasowie Ventenata dubia.

Thomas Gregor, 2.7.2026

 
Preslia 98(2) (2026)
P. Koutecky & al. erläutern vor allem methodische Aspekte einer sehr umfassenden Arbeit über die durch Durchflusszytometrie ermittelte Ploidie der Ostalpen-Flora.H. Žarnovičan& al. haben die Verbreitung der Straßenrandpflanze Dittrichia graveolens in der Slowakei untersucht.
 
Thomas Gregor, 2.7.2026


BSBI News 2026 (Mai 2026)
R. Lansdown verweist auf das Vorkommen diverser Sparganium-Hybriden und
neophytischer Sagittaria-Arten. M. Berry hat eine weitere, reichhaltige Folge zu
„Adventives and Aliens“ zusammengestellt, u.a. zu Spirodela punctata und
Cotoneaster affinis. E. Clement plädiert für die Wiederbelebung von Sedum
bithynicum, das momentan als Synonym von Sedum pallidum gesehen wird. Es ist
die am häufigsten verwildernde Sippe aus dem Sedum-hispanicum-Aggregat.

Thomas Gregor, 9.5.2026


Neilreichia 16 (Mai 2026)
Der empfehlenswerte Band enthält u. a. ein Update zu Festuca mit Schwerpunkt auf
mitteleuropäischen Taxa (P. Englmaier), sehr kenntnisreich kommentierte Funde aus
Wien und Niederösterreich (S. Lefnaer), Salzburg (G. Pflugbeil & al.) bzw. Österreich
(G. Pflugbeil & al.) sowie einen Überblick über Saxifraga tridactylites in Vorarlberg
(A.Harrer & al.). Umfangreiche Besprechungen runden den Band ab.

Thomas Gregor, 11.6.2026

Berichte Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend 62 (Mai 2026)
U. Hoffmann hat die Rubus-Vorkommen auf Fichten-Kalamitätsflächen im östlichen
Teutoburger Wald und Egge-Gebirge sowie die Dorfflora von 15 Dörfern im Kreis
Lippe untersucht. P. &G. Kulbrock unterrichten in einer dritten Folge über die
Ergebnisse der floristischen Kartierung von NRW 2010-2020 im Bereich
Ostwestfalen-Lippe. Über das überraschend häufige Vorkommen von Bunium
bulbocastanum in Ostwestfalen und angrenzenden Gebieten berichtet Uwe Raabe.

Thomas Gregor, 13.5.2026

Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde 112(Mai 2026)
Batologie ist fun. Jedenfalls in vielen Teilen Deutschland. Rüdiger Wittig und Werner Jansen beweisen dies anhand der Brombeerflora eines kleinen Gebietes in Westfalen, dem Wolbecker Tiergarten bei Münster. Zur Einführung erhält man einen Kurzabriss der Batalogie, wobei hier Merkmale, Bestimmung und das Webersche Artkonzept im Vordergrund stehen. Danach folgt die detailreiche Vorstellung der 40 gefundenen Arten, etliche davon „Anfängerbrombeeren“. Auch das Vorkommen einiger Exemplare unbeschriebener Sippen wird nicht verschwiegen. Man bekommt Lust, ein nahegelegenes Gebiet auszuwählen und hier mit seiner eigener Rubus-Florula zu beginnen.

 
Thomas Gregor, 13.5.2026


BSBI News 2026 (Mai 2026)
R. Lansdown verweist auf das Vorkommen diverser Sparganium-Hybriden und
neophytischer Sagittaria-Arten. M. Berry hat eine weitere, reichhaltige Folge zu
„Adventives and Aliens“ zusammengestellt, u.a. zu Spirodela punctata und
Cotoneaster affinis. E. Clement plädiert für die Wiederbelebung von Sedum
bithynicum, das momentan als Synonym von Sedum pallidum gesehen wird. Es ist
die am häufigsten verwildernde Sippe aus dem Sedum-hispanicum-Aggregat.

Thomas Gregor, 9.5.2026


PhytoKeys 273 (April 2026)
Inspiriert von neophytischen Vorkommen in Belgien wird die schon lange währende
Diskussion um die Bewertung der infraspezifischen Taxa von Lathyrus sylvestris
fortgesetzt. F. Verloove & al. plädieren für die Artrang von L. platyphyllos. Die nötige
umfangreiche Revision von Material aus dem Ursprungsareal in Mitteleuropa fehlt
jedoch weiterhin, zumal die Trennbarkeit der Taxa von anderen angezweifelt wird.

7. Mai 2026, Ralf Hand

Nordic Journal of Botany 2025 (8) (4. April 2025)
Koopman, Więcław und Blackstock präsentieren einen aktualisierten
Schlüssel zur Bestimmung aller in Europa und dem Kaukasus heimischen
Carex-Arten, -Unterarten und -Varietäten.
doi: 10.1111/njb.04640

Christof Nikolaus Schröder, 05.05.2026

Mitteilungen zur Floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt 30 (April 2026 „2025“)
G. Brennenstuhl gibt Übersichten über die Carex-Arten trockener Standorte, Araceen
sowie Arten mehrjähriger Ackerbrachen im Altmarkkreis Salzwedel. Interessant hier
die Nachweise zu Carex curvata und Carex colchica, sowie zu Arum italicum und
Lysichiton americanum; Carex muricata fehlt im Gebiet, Carex pairae ist häufig.
G.Gottschlich räumt mit der herbeigesehnten Indigenat von Pilosella aurantiaca im Harz
auf, die sich dort und generell in Sachsen-Anhalt in stürmischer Ausbreitung befindet.
Mit Nachweisen und Vergesellschaftung der beiden ursprünglich aus Nordamerika
stammenden Gummikräuter Grindelia hirsutula und G. squarrosa beschäftigen sich
A. Krumbiegel und T. Mottschall.

Thomas Gregor, 15.4.2026


Phytotaxa 747(1) (März 2026)
R. Řepka & al. befassen sich mit der Variabilität von Carex x vratislaviensis und
deren Elternarten (C. acuta, C. buekii).

4. April 2026, Ralf Hand

PhytoKeys 272 (März 2026)
Zehn Namen hybridogener Carex-Sippen, die auch für Mitteleuropa relevant sind,
werden typisiert (H. Więcław & J. Koopman).

4. April 2026, Ralf Hand

Brittonia 78(1) (März 2026, E-publiziert Dezember 2025)
G. Domina liefert eine nomenklatorische Synopse für Orobanche weltweit.
Orobanche wird im Kontrast zu den Trends der letzten Jahre erfreulicherweise weit
gefasst. Bei mehreren Taxa gibt es abweichende Bewertungen zur gegenwärtigen
Sichtweise in Mitteleuropa (z. B. wird O. bohemica nicht als Art akzeptiert).

4. April 2026, Ralf Hand

Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 70(März 2026)
Das Gebirgs-Wiesen-Schaumkraut der Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol wird als Cardamine pseudorivularis neu benannt. Die Sippe dürfte auch in den bayerischen Alpen vorkommen. Die morphologischen Unterschiede zu Cardamine pratensis sind gering: Kürzere und schmalere Petalen und Endblättchen. Daneben wird eine weitere Arten aus der nunmehr 13 Arten umfassenden Cardamine-pratensis-Gruppe beschrieben: Cardamine ucranica aus dem Vorland der östlichen Karpaten (J. Zozomová-Lihová & al.).
 
Thomas Gregor, 13.3.2026

Botanischer Rundbrief für Mecklenburg - Vorpommern 62 (2025)
Im Heft 62 werden die für MV verschollen geglaubten Arten Carex hartmanniorum und Juncus
capitatus mit ihren aktuellen Fundorten bei Greifswald vorgestellt.
Die floristischen Erkenntnisse aus den Kartierungswochen der Geobotaniker im GGB Mildenitztal
stellt Heike Ringel vor. Anne Köhler zeichnet ein Bild der Küstenvegetation am Palmer Ort im Süden der Insel Rügen. Dabei steht die Stranddistel Eryngium maritimum im Vordergrund.
Weitere Berichte zu floristischen und bryologischen Funden im Bundesland MV runden das Heft ab.

08. März 2026, Heike Ringel


Floristische Notizen aus der Lüneburger Heide34(Februar 2026)
U. Raabe berichtet über Vorkommen von Crassula tillaea auf Campingplätzen in der Lüneburger Heide. C. Kayser & T. Kaiser konnten die Art auch an einem Badesee im Heidekreis nachweisen.
 
Thomas Gregor, 27.2.2026

Plant Ecology and Evolution 159(1) (Februar 2026)
Eine unbekannte Medicago-Pflanze wurde am Vesdre (Weser) bei Goffontainerin
Belgien gefunden. Hier befanden sich früher Wollkämmereien. Die Pflanze wurde als
Medicago peregrina benannt und eine Herkunft aus dem Mittleren Osten wird
vermutet (F. Verloove & al.)

Thomas Gregor, 22.2.2026

BSBI News161 (Februar 2026)
B. Leaney stellt Unterscheidungsmerkmale dar bei Diplotaxis muralis/D. tenuifolia,Bromusund Holcus.G. Kitchener & al. stellen einen Fund von Lysimachia ×doerfleri (Anagallis arvensis×foemina) vor. Den drei annuellen britischen Sagina-Arten ist eine Beitrag von
M. Willcox gewidmet, wobei Sagina filicaulis für die bei uns Sagina micropetala genannte Pflanze verwendet wird. Epipactis ×stephensonii, (Epipactisleptochila ×Epipactishelleborine) wurde in Oxfordshire gefunden (R. Mielcarek),Chara connivens im irischen County Wexford
(P. Green& Y. Mihara) und Bidens connata in Yorkshire und Cambridgeshire (D. Broughton bzw. A. Leslie). Wie immer inhaltsreich und reich bebildert ist auch die 37. Folge der „Adventives & Aliens News“, zusammengestellt von M. Berry, u. v. a. zu Centaurea diluta, Chenopodium suecicum, Metasequoia glyptostroboides undSedum pallidum.
 
Thomas Gregor, 14.2.2026

British & Irish Botany 8(1) (Februar 2026)
Die schon länger bekannte Hybride zwischen Festuca rubra und Vulpia myuros hat einen Namen erhalten: Festulpia x stacei (F. Krahulec). Eine Fallstudie zeigt auf, welche Rolle Hydrochorie bei verwildernden Gartenpflanzen spielen kann (K. J. Walker & P. Cook).
 
14. Februar 2026, Ralf Hand

AnnalsofBotany136/7 (Dezember 2025)
Jessen et al. untersuchten die Jahresringe an Rhizomen von Galiummollugo in 60 Grünlandpopulationen. Sie stellten fest, dass die Pflanzen zwischen 1 und 17 Jahren alt waren. Das Dickenwachstum variierte stark zwischen den Individuen und war bei starker Landnutzung, trockenen Sommern und artenreichen Bewuchs von Nachbarpflanzen geringer.
Burton et al. legen eine Phylogenie der Gattung Digitaria einschließlich ihrer Nutzpflanzen anhand von Kerngenen vor.
 
07. Februar 2026, Christiane Ritz

Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 69 (November 2025)
Konečna et al. befassen sich mit der Hypothese, dass die tetraploide Ficariaverna durch Hybridisierung der diploiden Taxa F. calthifolia und F. fertilishervorgangen ist. Dazu kreuzten sie die beiden Diploiden und untersuchten Apomixis, Selbstbestäubung, Genomgröße, Morphologie sowie die Fitness der
F1-Nachkommen. Sie fanden keinen Hinweis auf Apomixis und Selbstbestäubung. Polyploide Nachkommen wurden nicht beobachtet. Die Richtung der Hybridisierung hatte starken Einfluss auf die Fitness der Hybriden, was sicherlich durch zytonukleäre Inkompatibilität begründet ist.
 
07. Februar 2026, Christiane Ritz

Plant Biology27/7 (Dezember 2025)
Anhand von ca. 820.000 Vegetationsaufnahmen aus Europa untersuchten Fahs et al. ökologischen Nischen und Verbreitungsmuster von 244 Arten parasitischen Pflanzen. Parasitische Pflanzen kommen in nahezu allen Habitaten Europas vor. Hemiparasiten (173 Arten) waren in kühleren Klimaten mit jahreszeitlich wenig wechselnden Niederschlägen am häufigsten. Wurzelparasiten (52 Arten) und parasitische Kletterpflanzen (12 Arten) finden sich v.a. in warmen Gebieten des trockenen Mittelmeerraumes. Alle drei Gruppen bevorzugen nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Standorte.
 
07. Februar 2026, Christiane Ritz
 
Plant Biology 28/1 (Januar 2026)
Skokanová et al. untersuchten die Häufigkeit von Hybridisierung (Solidago ×niederederi) in zwei gemischten Populationen der heimischen Solidagovirgaurea und der neophytischen S. canadensis anhand von Durchflusszytometrie ihrer Sämlinge. F1-Hybriden waren selten (3%). Allerdings stellten 46% der Sämlinge spätere Hybridgenerationen dar, d.h. Rückkreuzung waren sehr häufig. Die Richtung der Rückkreuzung spielte eine große Rolle: <8% mit S. virgaurea, aber ca. 47% mit S. canadensisals Pollenelter.
https://doi.org/10.1111/plb.70125
 
07. Februar 2026, Christiane Ritz

Journal of Applied Ecology (Februar 2026)
Campanula rotundifolia, Euphorbia cyparissias, Pimpinella saxifraga, Achillea millefolium s. l., Knautia arvensis und Leucanthemum vulgare s. l. wurden auf deren Ploidieverteilung hin in Deutschland untersucht. Dies wurde durch genetische Untersuchungen ergänzt. Bei den ersten drei Taxa unterschied sich die Verteilung der jeweils zwei Zytotypen in Deutschland, bei den anderen drei nicht. Genetisch konnte zwischen den tetraploiden Achillea pratensis und Achillea collina kein Unterschied festgestellt werden. Diploides Euphorbia cyparissias ist auf den äußersten Westen Deutschlands beschränkt. Diploides Knautia arvensis (Knautia arvensis subsp. pannonica) ist wahrscheinlich keine heimische Art in Deutschland. Zwischen den Zytotypen werden jeweils klare genetische Unterschiede festgestellt
(J. Höfner & al.).

Thomas Gregor, 7.2.2026

RegnitzFlora13 (Januar 2026)
Der Nachlass des 2008 verstorbenen Erich Walter wurde von M. Breitfeld und E. Hertel aufgearbeitet. Bemerkenswerte Funde aus dem Gebiet der Regnitzflora werden mitgeteilt. Herbar und Unterlagen befinden sich im Ökologisch-Botanischen Garten Bayreuth (UBT). G. Schillai beschäftigt sich mit der Ökologie von Gentianopsis ciliata. R. Höcker und J. Wagenknecht präsentieren jeweils bemerkenswerte Pflanzenfunde.
 
Thomas Gregor, 12.1.2026

Fern Gazette 22(6) (Januar 2026)
M. Lubienski & V. M. Dörken haben mit mikromorphologischen Methoden die Begleitzellen der Spaltöffnungen bei Schachtelhalmen untersucht. Nach der Dichte der dort vorhandenen Papillen lassen sich Equisetum arvense, Equisetum fluviatile und Equisetum palustre unterscheiden. Nur über dieses Merkmal lässt sich die häufige Hybride Equisetum x litorale (E. arvense x fluviatile) von der extrem seltenen Hybride Equisetum x dycei (E. fluviatile x palustre) unterscheiden. Obwohl am Locus typi von Equisetum x dycei bei Nachsuchen nur Equisetum x litorale gefunden wurde, sehen die Autoren von der Publikation eines neuen Binoms vor der ausstehenden Untersuchung des Typusmaterials von Equisetum x dycei für Equisetum fluviatile x palustre ab.

Thomas Gregor, 12.1.2026


Bulletin de la Société des naturalistes luxembourgeois 127 (Ende 2025)
Thelypteris palustris wurde in Luxemburg wiedergefunden (Y. Krippel & J.-P. Wolff). Zur Populationsdynamik von Salvia pratensis ebenda äußern sich E. Schneider & al.
 
10. Januar 2026, Ralf Hand

Kew Bulletin 80(3) (September 2025)
Die Thematik des korrekten Namens für Polygala chamaebuxus – sofern man sich gezwungen sieht die Art aus Polygala herauszulösen – nimmt eine neue Wendung. Jetzt wird Chamaebuxus unguiculata propagiert (J. F. Barêa Pastore & M. Mota)
.
10. Januar 2026, Ralf Hand

Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue5, May 2024
Nach H. L. Andersen et al. (pp. 1-11) stellt Fennoskandinavien eine der Hotspot-Regionen für die Diversität der Gattung Sorbus s. l. in Europa dar. H. L. Andersen et al. haben in einem aufschlussreichen Artikel die Pollen-Morphologie von norwegischen Sorbus-Hybriden untersucht. Insgesamt wurden von 16 Exemplaren bzw. von 13 Arten aus Mittel- und Südnorwegen einschließlich Hybriden (Sorbus s. str., Aria und Hedlundia) u.a. die Morphologie, Größe und Oberflächenstruktur ihrer Pollen mit einem Licht- und einem Elektronen-Mikroskop analysiert. Die Pollen der untersuchten Sippen bzw. Hybriden ließen sich differenzieren, was an sehr guten Elektronen-Mikroskop-Aufnahmen zu sehen ist.H. L. Andersen et al. konnten einenPollen-Bestimmungsschlüssel für die untersuchten Sorbus-Arten und -Hybriden erstellen.

Dr. Dierk Kunzmann, 30.03.2025

 
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, publiziert 9. Dezember 2024 - online
J. Daniel-Ferreira et al. (pp. 1-10) untersuchten den Effekt der Ausbreitung der invasiven Lupinus polyphyllus auf Vielfalt von Pflanzengemeinschaften entlang von Straßen in Schweden. Dominante Lupinus polyphyllos-Bestände wirken sich besonders negativ auf viele Offenland-Habitate mit konkurrenzschwachen, Stickstoff-meidenden und trocken-toleranten Arten aus und reduzieren die Ausbreitungsmöglichkeiten gefährdeter Arten. Die Publikation sei allen zu empfehlen, die sich mit der Ausbreitung von invasiven Arten in Deutschland beschäftigen.
 
Dr. Dierk Kunzmann, 30.03.2025
 
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue 7, publiziert 13. März 2024
Gróa ValgerðurIngimundardóttir et al. (pp. 1-11) untersuchten die phänotypische Plastizität von Scorzoneroides autumnalis in Nordeuropa (Färöer-Inseln, Island, Norwegen, Schweden, Dänemark) im Gelände (12 verschiedene Habitate) und an Hand von sehr umfangreichen Herbar-Material (über 4.000 Exemplare), differenziert nach Geographie und durchschnittlicher Höchsttemperatur im August. Von 87 Populationen wurden lebende Pflanzen für „commongarden“-Experimente gesammelt. In dieser Daten-reichen „large scale“-Studie konnte nachgewiesen werden, dass die phänotypische Plastizität der wichtigen Blütenmerkmale unter unterschiedlichen Temperaturbedingungen, z.B. Anpassung an niedrige vs. an höhere Sommertemperaturen,zwischen den geografischen Untersuchungsgebieten viel größer ist als zwischen den Standorten innerhalb einer geografischen Zone. Bei höheren Temperaturen entwickelten sich Blütenköpfe mit kurzen Zungenblüten, blasseren Blütenfarben und einer geringeren Behaarung. Es wird daher gefolgert, dass auf Grund dieser phänotypischen Plastizität die untersuchten Blütenmerkmale nicht geeignet sind, infraspezifische Taxa innerhalb von S. autumnalis abzugrenzen.
 
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026
 
Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue11, publiziert 21. August 2024
A.N. Sennikov (pp. 1-8) beschäftigt sich mit der taxonomischen Historie von Pilosella floribunda, einem in Mittel-, Nord- und Ost-Europa verbreiteten hybridogenen Aggregat. Demnach handelt es sich beim Originalmaterial von Hieracium floribundum aus Polen um ein Triple-Hybrid. Nicht nur vor dem Hintergrund der Beschreibung von P. floribunda in Band 3 der Flora Germanica (2024) lohnt sicherlich das Eintauchen in diese neue Publikation, welche auch nicht im Online-Nachtrag der Flora Germanica (20.11.2025) Erwähnung findet.
 
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026

Nordic Journal of Botany, Volume 2024, Issue9,publiziert 27. Juni 2024
M. Zhou et al. (pp. 1-11)untersuchten mittels DNA-Mikrosatelliten die genetische Variabilität von Rubus wahlbergii und taxonomisch nah verwandten Arten in der Sektion der Haselblattbrombeeren (Rubus Sect. Corylifolii) im südlichen Schweden. In den 560 Proben zur DNA-Untersuchung verwendeten Proben wurde neben Material aus Schweden auch Aufsammlungen aus Dänemark, Norwegen und Deutschland verwendet. Nach M. Zhou et al. ließen sich mittels Mikrosatelliten-DNA-Analyse der
R. wahlbergii-Komplex in drei gut trennbare Sippen differenzieren: R. wahlbergii, R. nordicus und
R. wahlbergioides. Die Ergebnisse der genetischen Analyse wurden mit den morphologischen Merkmalen abgeglichen, eine lesenswerte Studie!
 
Dr. Dierk Kunzmann, 06.01.2026


Stapfia Reports 115(Dezember 2025)
M. Hohla & al. stellen Funde von 17 bemerkenswerten Gefäßpflanzen aus Burgenland, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark vor, darunter Aronia ×prunifolia, Sedum pallidum und Tilia tomentosa.
M. Hohla hat 47 Campingplätze bzw. Wohnwagenstellplätze in Oberösterreich, Salzburg und in Südostbayern abgesucht. Neunachweise betreffen Ranunculus muricatus, R. parviflorus und
Veronica acinifoliafür Oberösterreich, Alchemilla australis, Ranunculus muricatus, R. parviflorus und Sclerochloa dura für das Bundesland Salzburg sowie Crassula tillaea, Galium murale, Ranunculus parviflorus, Sabulina mediterranea und Trifolium scabrumfür Bayern. C. Gilli & al. haben floristische Kurzmitteilungen verfasst, so zu Isolepis setacea, Juncus subnodulosus oder Sagina saginoides.
G. Gottschlich hat 2036 Hieracium - Belege des Herbariums von Walter Gutermann (1935–2023) revidiert. Dies führt zu einigen Neubeschreibungen südosteuropäischer Taxa. Hieracium fritzei,
H. nigrescens subsp. nigrescens und Pilosella mirabilis sind neu für Österreich. G. Gottschlich &
R. Vogt haben die 26000 Belege umfassenden Hieracium- Sammlungen von Karl Touton(1858–1934) und August Schlickum (1867–1946) im Botanischen Museum Berlin (B) aufgearbeitet. Hier werden die Ergebnisse zu Pilosella mitgeteilt: 325 von Touton beschriebenen Taxa werden lectotypisiert. Im Rahmen einer Revision werden 407 Namen als Synonyme 56 weitergefassten Taxa zugewiesen.

Thomas Gregor, 3.1.2026
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